Wo Zukunft zur Gegenwart wird

22. Oktober 2020 | gelesen in 4 Minuten

Peter Mayer (Abteilungsleiter, 3.v.r.) mit einem Teil seines Teams. Foto v.l.n.r.: Carina Kaltenhauser, Arno Hafner, Peter Poinstingl, Stefanie Pyka, Roman Hedl, Ralf Dirschwigl, Peter Mayer, James Girard, Ana Maria Rodriguez Guerrero

Vorreiter in Sachen Elektrifizierung

Die Elektromobilität ist auf dem Weg zum weltweiten Durchbruch. Vor 10 Jahren war das noch anders. Was vor 10 Jahren von vielen noch als Utopie abgetan wurde, ist heute eine der Mobilitätslösungen der Zukunft und ein wichtiges Geschäftsfeld für Bosch.

Einer derer, die das Potenzial der Elektromobilität schon damals erkannt haben, war Peter Mayer. Vor 10 Jahren wurde er Leiter der Abteilung Entwicklung für Hybrid-, Verbund- und Elektrofahrzeugfunktionen bei Bosch in Wien und hat damit eine umfangreiche Kompetenz am Standort Wien aufgebaut. Heute ist das Team von Peter Mayer international gefragt, wenn es um Projekte im Bereich Elektrifizierung geht.

“Das braucht kein Mensch!”

Mit einem Team aus damals rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte die Abteilung unter der Leitung von Peter Mayer gleich in den ersten Jahren tolle Ergebnisse erzielen. So wurde unter anderem ein Prototyp für ein E-Fahrzeug entwickelt und beim Motorpressekolloquium 2013 in Boxberg vorgeführt. Die Rückmeldungen waren äußerst positiv, eine Journalistin aus Russland meinte beim Rausfahren auf die Teststrecke: „Fährt sich etwas wie ein Rollstuhl“, dann aber wurde auf der Teststrecke „aus dem Rollstuhl ein Flugzeug“.

Dennoch gab es damals noch keine breite Zustimmung zu dem großen Potenzial der Elektromobilität beziehungsweise andere Prioritäten. „Das braucht kein Mensch!“, hat man damals öfters gehört. Das Team in Wien glaubte aber weiter an die Technologie. „Und wie dann der Hype begann, konnten wir die damals entwickelte Software für Elektroautos aus der Schublade holen und weiterentwickeln. Deshalb waren wir auch relativ schnell in der Lage, zu liefern!“ Die Software der E-Fahrzeuge, die heute in Serie sind, fußt auf den Wiener Entwicklungen von damals.

Geballte Elektrifizierungskompetenz am Standort Wien

Entwickeln Hybrid-, Verbund- und Elektrofahrzeugfunktionen: Christian Zellner, Martin Wiesböck, Melanie Herdin, Stefanie Pyka und James Girard (v.l.n.r.), aufgenommen im Februar 2020.

Das damalige Engagement war ausschlaggebend dafür, dass die Wiener Kolleginnen und Kollegen – zusammen mit der indischen Partnerabteilung – heute das Kompetenzzentrum für die Funktionsentwicklung Elektrifizierung für Motorsteuergeräte im Bereich Powertrain Solutions sind. „Die Kompetenz, die wir hier am Standort Wien in den vergangenen Jahren im Bereich Elektrifizierung aufgebaut haben, ist beachtlich.“ Auch bei anderen Themen ist das Bosch-Team aus Wien vorne dabei. Neben Projekten zur Optimierung der Energieeffizienz arbeiten die Kolleginnen und Kollegen auch an Projekten im Bereich Brennstoffzelle – vor allem für das Thermalsystem und das elektrische System. Auch Aktivitäten im Bereich Künstliche Intelligenz stehen am Programm. Hier geht es vor allem darum, mit Hilfe von neuronalen Netzen die Energieeffizienz zu steigern.

Flexibilität als Erfolgsfaktor

Die Mobilität ist im Wandel und stellt vieles auf den Kopf. Peter Mayer bleibt zuversichtlich: „Wir haben fantastische Entwickler, die bereit sind für diese Herausforderungen.” Wie die nächsten 10 Jahre aussehen werden, kann Peter Mayer nicht beantworten: „Wir können nicht 10 Jahre in die Zukunft schauen, diese Zeiten sind vorbei. Neben dem Wandel in der Mobilität verschärft die Corona-Krise die aktuelle Situation noch zusätzlich. Es wird darauf ankommen, wie flexibel wir sein können.“

Peter Mayer, Abteilungsleiter Entwicklung für Hybrid-, Verbund- und Elektrofahrzeugfunktionen

Um Flexibilität geht es auch beim neuen Standort seines Teams. Anfang Februar sind die rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins ViE, ein neues Bürogebäude direkt neben dem Standort in der Göllnergasse, umgezogen. Hier will das Team neue Arbeitsmethoden ausprobieren – neben neuen Raumkonzepten auch neue Methoden und Tools. „Damit wurden – im Nachhinein betrachtet – auch schon notwendige Voraussetzungen geschaffen, um trotz Corona-Pandemie effizient arbeiten zu können. Es ist zum Beispiel jetzt sehr einfach, Zonen zu schaffen, in denen ein Team gemäß den Corona-Regelungen zusammenarbeiten kann.“

Für die Zukunft wünscht sich Peter Mayer jedenfalls, dass er mit seinem Team weiterhin sehr aktiv einen Beitrag in der Gestaltung der Mobilität der Zukunft leisten kann: „Da werden wir am Ball bleiben.“


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