Ein Blick auf ”VoRADELberg“

31. Januar 2020 | gelesen in 5 Minuten

Eine Diplomarbeit als Vorzeigeprojekt

Vier Schülerinnen der HLW Sacré Coeur Riedenburg wollten keinesfalls eine Diplomarbeit abgeben, die nach ihrer Matura in der Schublade verstaubt. Mit ihrem Projekt „VoRADELberg“ – Radfahren im Rheintal, das nicht nur eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation darstellt, sondern auch mit Verbesserungsvorschlägen und Analysen Anreize schaffen soll, Österreichs westlichstes Bundesland noch radfitter zu machen, dürfte ihnen das gelungen sein.

Zum Start des Testprojekts gab es selbstverständlich eine fachmännische Einschulung durch Markus Schleszies.
Fotorechte: Raiffeisenbank Bregenz

Vorbild Kopenhagen

Obwohl Vorarlberg bereits wichtige Akzente in Richtung radfreundliches Bundesland gesetzt hat, von Kopenhagen ist man freilich noch einen großen Schritt entfernt. Gemäß dem Motto „von den Besten lernen“ haben Hannah, Laura, Isabella und Sophia die große Radmetropole unter die Lupe genommen und rund 40 Verbesserungsvorschläge und Maßnahmen erarbeitet – gegliedert nach Umsetzbarkeit und Wirkung – die sie sich für ihr Bundesland vorstellen können und die als Anstoß für zukünftige Maßnahmen dienen sollen.

Das eBike als Motivator?

Um die momentane Verkehrssituation und das aktuelle Mobilitätsverhalten der Landsleute bewerten zu können, stellten die vier Schülerinnen ein Projekt auf die Beine, für das sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Raiffeisenbank Bregenz als „Testradler“ gewinnen konnten. Um zu erfahren, was nötig wäre um das persönliche Mobilitätsverhalten zu verändern, erhielten fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Raiffeisenbank Bregenz je ein KTM-eBike mit Bosch Antrieb für einen Monat zu ihrer freien Verfügung. Die Testradler wurden gebeten, ein Fahrtenbuch zu führen, das neben Wetter und Verkehrssituation auch ihre tägliche Motivation, sowie ihre Emotionen und Erfahrungen während und nach den geradelten Kilometern festhalten sollte.

Ehrgeizige Ziele und zusätzliche Radkilometer

Die Beweggründe, an diesem Projekt teilzunehmen, waren sehr unterschiedlich: Ein nach eigenen Angaben leidenschaftlicher Autofahrer fand das Projekt einfach toll und wollte Teil davon sein, während andere die Möglichkeit beim Schopf packen wollten, einmal ein eBike ausführlich auf seine Alltagstauglichkeit testen zu können. Einige Testpersonen wuchsen während dieses Projekts regelrecht über sich hinaus und freuten sich dank elektrischem Rückenwind über Radtouren und Bergfahrten, die sie bisher für sich persönlich als unbezwingbar einstuften.

Die Einladung an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Raiffeisenbank Bregenz, sich für den Testmonat zu bewerben.
Fotorechte: Raiffeisenbank Bregenz

Wie man den Fahrtenbüchern entnehmen konnte, fungierte das eBike hier auch als zusätzlicher Motivator. Trotz Dunkelheit und Müdigkeit entschieden sich die Testpersonen öfter für das Rad – das Gefühl danach wurde mit einem lachenden Smiley beschrieben. Einige Teilnehmer bestätigten sogar, dass das eBike durchaus als Stimmungsaufheller und Fitmacher nach einem stressigen Tag im Büro hervorragende Dienste geleistet hat.

Verbesserungsbedarf geortet

Auch wenn sich die Rad-Infrastruktur in Vorarlberg bereits auf einem guten Niveau präsentiert, so orteten die Testpersonen vor allem Verbesserungsbedarf die Beschilderung und Qualität der Radwege betreffend, auch Schnellladestationen für eBikes wären wünschenswert.

Ob die Testpersonen ihre guten Vorsätze, in Zukunft doch vermehrt das Rad zu nutzen, auch wirklich in die Tat umsetzen werden, bleibt nur zu hoffen. Wie uns zu Ohren gekommen ist, hat man jedoch einige der Testpersonen nach Beendigung des Projektes mit einem eBike zur Arbeit radeln gesehen.

Jugend am Wort

„Wir wünschen uns, dass dieses Projekt für viele ein Anstoß zum Umdenken im Bereich ihres Mobilitätsverhaltens ist. Für uns war es auf jeden Fall interessant, weswegen wir unsere Analyse sowie die Verschriftlichung der einzelnen Themenbereiche zukünftig Interessierten zur Verfügung stellen wollen. Es soll ein Anreiz und Ansporn für Veränderung sein und vielleicht dem ein oder anderen Unternehmer als Modellbeispiel zur Durchführung eines eigenen Mobilitätprojekts dienen“, freuen sich die Hannah, Laura, Isabella und Sophia über den Erfolg ihres Projektes.

Projekt ausgezeichnet

Beim landesweiten Ideenwettbewerb Radkultur wurde „VoRADELberg“ – Radfahren im Rheintal kürzlich als eines der fünf Siegerprojekte ausgezeichnet. Die fachkundige Jury würdigte den überaus ambitionierten Einsatz der Schülerinnen. Mit ihrem Siegergutschein möchten die Schülerinnen eine Fahrradpumpstation an ihrer Schule finanzieren.

Beim landesweiten Ideenwettbewerb Radkultur wurden Hannah, Laura, Isabella und Sophia von der HLW Riedenburg für Ihr Projekt „VoRADELberg“ von LR Rauch ausgezeichnet.
Fotorechte: Land Vorarlberg

Wir wünschen den vier jungen Damen viel Erfolg mit ihrem beeindruckenden Projekt und freuen uns, dass wir sie ein kleines Stück ihres Weges begleiten durften.


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