Wirtschaft trifft Wissenschaft

20. März 2019 | gelesen in 4 Minuten

Kooperation mit neuem Christian Doppler Labor

Gemeinsam mit der voestalpine Stahl GmbH beteiligt sich das Bosch Engineering Center in Linz am Christian Doppler Labor an der JKU (Johannes Kepler Universität). Das Labor beschäftigt sich mit der Veränderung von Materialien im Nanomaßstab unter Belastungen wie Druck und Temperatur. In der industriellen Anwendung ist dies beispielsweise für Fahrzeugkarosserien sicherheitsrelevant sowie auch für Motoreinspritzsysteme, die extremen Bedingungen ausgesetzt sind. Das mit 4,2 Mio. Euro finanzierte Labor ist auf 7 Jahre ausgelegt und bereits das zweite Christian Doppler Labor das in Kooperation mit der Robert Bosch AG eröffnet wurde. Hauptförderer ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).

 

Transfer zwischen Wirtschaft und Forschung

Durch anwendungsorientierte Grundlagenforschung ermöglichen Christian Doppler Labore den Wissenstransfer zwischen Forschung und industriellen Anwendungen. „Forschung passiert heute nicht mehr im Alleingang. Durch die Vernetzung von Partnern aus der Wirtschaft mit WissenschaftlerInnen von Universitäten kann Grundlagenforschung mit konkreten industriellen Problemstellungen verbunden werden.“, so Alexander Egyed, JKU-Vizerektor für Forschung.

 

Im Bild v.l.n.r.: Norbert Müller, TNF-Dekan; Christian Ganser, Bosch Linz; Franz Androsch, voestalpine
Forschungschef; DI Dr. Heiko Groiß, CD-Laborleiter; Dr.in Judith Popela, CD-Generalsekretärin; Alexander Egyed, Vizerektor der JKU; Prof. Hans Irschik, CD-Senatsvorsitzender.
Fotocredit: JKU/Leimlehner

 

Hightech-Forschung auf Nanoebene

Bauteile sind häufig hohen Ansprüchen ausgesetzt, was den Schutz vor Verschleiß erfordert. Dennoch kommt es trotz ausgiebiger Beschichtung immer wieder zu ungewollten Materialveränderungen. Diese Veränderungen sollen durch neue Hightech-Forschungen verringert werden. Dabei kommen Methoden wie Transmissionselektronenmikroskopie zur Anwendung. Dank der Forschungsarbeit an der JKU können Beschichtungen und Materialien im Nano-Maßstab besser kontrollierbar gemacht werden. Dadurch ist es möglich, industrielle Problemstellungen zu lösen. Ein Anwendungsbeispiel: Am Bosch Standort in Linz werden spezielle Beschichtungen verwendet, um Common Rail Einspritzsysteme auf die höheren Belastungen in chinesischen oder indischen Märkten auszurichten. Diese Einspritzsysteme leisten einen großen Beitrag in der Reduktion von Smog.

„Es freut uns sehr, dass unsere langjährige Kooperation mit der JKU nun im Rahmen des Christian Doppler Labors im Bereich der Materialwissenschaften vertieft wurde. Die enge Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft ist ein Standortvorteil, der es uns möglich macht, das gewonnene Know-How innerhalb von Bosch zu etablieren“, sagt Christian Ganser, Prokurist und Standortleiter von Bosch in Linz.

 

Weitere Informationen:

Website der Christian Doppler Forschungsgesellschaft


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