Mit viel Liebe und Geduld

09. April 2018 | gelesen in 2 Minuten

Väterkarenz bei Bosch

„Ich komme aus Bologna, Italien, wohne seit 10 Jahren in Österreich und gehöre zur sogenannten Erasmus-Generation“, stellt sich Pierluigi Cera vor und erklärt lachend: „Ich bin verheiratet mit einer Polin und habe einen italo-polnischen-in-der-Zukunft-vielleicht-mal-österreichischen-Sohn.“ Dieser steht seit circa einem Jahr im Mittelpunkt seines Lebens und hat in den vergangenen Monaten auch den größten Teil seiner Aufmerksamkeit beansprucht. Denn Cera hat Notebook gegen Windeln getauscht und war für zwei Monate in Väterkarenz.

Was ist die Väterkarenz?

Die Väterkarenz kann als zeitweilige Erwerbsunterbrechung des Vaters für die Familienpflege (Kleinkinderbetreuung) definiert werden. Als Karenz wird der Anspruch auf Freistellung von der Arbeitsleistung gegen Entfall des Arbeitsentgelts bezeichnet. Arbeitnehmer haben Anspruch auf die Väterkarenz bis zum Ablauf des zweiten Lebensjahres. Im Gegensatz zum Papamonat besteht sogar ein Rechtsanspruch auf dieses Karenzmodell. „Der Beantragungsprozess ist relativ einfach. Nach Absprache mit der Führungskraft erfolgt die Meldung an die Personalabteilung. Von der Personalabteilung bekommt man anschließend eine Bestätigung, mit der man bei der Krankenkasse Kinderbetreuungsgeld beantragen kann“, beschreibt Cera die nötigen Schritte.

Eine einzigartige Möglichkeit

Mit dem Prozess sind bereits mehrere Bosch-Mitarbeiter vertraut. Alleine in den Jahren 2016 und 2017 haben 66 Bosch-Mitarbeiter die Väterkarenz genutzt – Tendenz steigend! Beim Papamonat zeichnen sich ähnliche Entwicklungen ab. Rund 20 Beantragungen gab es im Vorjahr. Da Cera den Papamonat nicht genutzt hat, war ihm die Väterkarenz umso wichtiger: „Es war einfach eine einzigartige Möglichkeit, viel Zeit mit meinem Sohn zu verbringen, die wunderschönen Stufen seiner Entwicklung noch besser zu erleben und damit unsere Beziehung aufzubauen und zu stärken!“

Gute Vorbereitung

Zwischen seinem Job und dem Elterndasein kann Cera einige Parallelen ziehen. „Als Agile Coach ist es meine Aufgabe, Projektteams dabei zu unterstützen, die passenden Prozesse, Methoden und Vorgehensweisen zu verwenden und sie kontinuierlich an die wechselnden Herausforderungen zu adaptieren. Dazu gehört auch Coaching und Weiterentwicklung der Mitarbeiter“, fasst Cera seinen Aufgabenbereich zusammen.

Sich an Herausforderungen anpassen und Weiterentwicklungen begleiten – das bestimmte auch seine Zeit zu Hause während der Väterkarenz: „Am schönsten war es, Alessandros Entwicklung, seine ersten Schritte, live miterlebt zu haben. Auf der anderen Seite bedeuten 24 Stunden mit einem Kleinkind auch echte körperliche und geistige Arbeit. Es gab viele wunderschöne und einzigartige Momente, aber natürlich auch anstrengende Situationen“, erzählt Cera. Wie er diese Herausforderung bewältigen konnte? Cera schmunzelt: „Mit viel Liebe und Geduld.“


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